Fachliche News — 10:07

Warenursprung: Eilmeldung – mehr Flexibilität bei Langzeit-Lieferantenerklärungen

Mit der Durchführungsverordnung (EU) 2017/989 vom 8. Juni 2017 (Abl. Nr. L 149/19 vom 13. Juni 2017) hat die EU Artikel 62 des Implementierenden Rechtsakts (IA) zum UZK geändert. Zukünftig kann sich eine einzige Langzeit-Lieferantenerklärung sowohl auf Warensendungen, die bereits vor Ausstellung der Erklärung geliefert wurden, als auch auf folgende Sendungen beziehen.

Neue Regelung schafft mehr Flexibilität
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Nach der alten Fassung des Artikels 62 IA konnten Wirtschaftsbeteiligte Langzeit-Lieferantenerklärungen entweder für zukünftige Warensendungen oder rückwirkend für bereits gelieferte Waren ausfertigen. Nachdem sich in der Praxis Widerstand regte, hat die EU nun eine Änderung des Artikel 62 IA bekanntgegeben. Zukünftig soll es möglich sein, dass eine einzige Langzeit-Lieferantenerklärung sowohl für bereits gelieferte Warensendungen, als auch für zukünftige Warensendungen ausgestellt wird.

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Da die maximale Gültigkeit einer Langzeit-Lieferantenerklärung nach wie vor zwei Jahre beträgt, enthält die neue Regelung Zeiträume für die rückwirkende bzw. zukünftige Geltung einer Langzeit-Lieferantenerklärung in Bezug auf ihr Ausstellungsdatum. Der Beginn der Gültigkeit einer Langzeit-Lieferantenerklärung (Gültigkeitsbeginn) darf maximal 12 Monate vor der Ausstellung der Erklärung und maximal sechs Monate nach der Ausstellung der Erklärung liegen. Die Langzeit-Lieferantenerklärung ist ab dem Gültigkeitsbeginn zwei Jahre lang gültig.

Langzeit-Lieferantenerklärung muss Ausstellungsdatum, Gültigkeitsbeginn und Enddatum angeben

Wirtschaftsbeteiligte werden nach dem neuen Artikel 62 IA dazu verpflichtet, jeweils das Ausstellungsdatum der Langzeit-Lieferantenerklärung, ihren Gültigkeitsbeginn sowie das Enddatum der Gültigkeit auf der Erklärung anzugeben. Damit soll die klare und einfache Anwendung der neuen Regelung sichergestellt werden. Die geänderte Fassung des Artikels 62 IA gilt ab dem 14. Juni 2017. Die Durchführungsverordnung (EU) 2017/989 enthält weitere Berichtigungen des IA, wie Beispielsweise redaktionelle Klarstellungen in Artikel 68 IA (System des Registrierten Ausführers, REX).

MJ

Mit der Änderung des Artikels 62 IA reagiert die EU auf anhaltende Probleme bei der praktischen Anwendung von Langzeit-Lieferantenerklärungen. Die Änderung zeigt, dass das neue Zollrechtsregime nach dem UZK ständiger Korrekturen und Verbesserungen bedarf. Mit den praxisnahen Seminaren der HZA Hamburger Zollakademie bleiben Sie bei den Themen Zoll und Außenhandel stets auf dem aktuellen Stand:

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Warenursprung und Präferenzen
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Der Fiskalvertreter und EU-Verzollung – Verfahren 42
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