25.07.2018

EU erhebt Zusatzzölle auf Stahlerzeugnisse

EU erhebt Zusatzzölle auf Stahlerzeugnisse

Mit der Durchführungsverordnung (EU) vom 17. Juli 2018 (Abl. Nr. L 181/39 vom 18. Juli 2018) hat die EU-Kommission Zusatzzölle auf bestimmte Stahlerzeugnisse aus Drittstaaten eingeführt. Für die Erzeugnisse fallen zusätzliche Zölle in Höhe von 25% an, sobald die in der Verordnung festgelegten Zollkontingente erschöpft sind. Die Verordnung ist seit dem 19. Juli 2018 in Kraft.

Anstieg der Stahleinfuhren im Vergleich zu 2017

Die Zusatzzölle der EU sind eine Reaktion auf die erhöhten US-Zölle auf Stahl- und Aluminiumerzeugnisse aus Drittländern. Die EU beobachtet bereits jetzt, dass viele Produzenten und Händler aufgrund der US-Zölle verstärkt Stahlerzeugnisse auf dem europäischen Markt anbieten. Im Vergleich zum 1. Quartal 2017 erkennt die EU im 1. Quartal 2018 einen erheblichen Anstieg der Einfuhren bestimmter Stahlerzeugnisse. Um den EU-Markt vor den zunehmenden Stahleinfuhren aus Drittländern zu schützen, hat die EU-Kommission nun Zollkontingente und Zusatzzölle für bestimmte Stahlerzeugnisse festgelegt.

Zusatzzoll in Höhe von 25% auf Stahlerzeugnisse

Für einen Zeitraum von 200 Tagen ab dem 19. Juli 2018 werden für die in Anhang I der Verordnung aufgeführten 23 Warengruppen Zollkontingente eröffnet. Die Zollkontingente sind in Anhang V der Verordnung festgelegt. Ist das betreffende Zollkontingent erschöpft oder kommen die Einfuhren der Warenkategorien nicht in den Genuss des betreffenden Zollkontingents, wird zusätzlicher Zoll in Höhe von 25% erhoben. Der Zusatzzoll wird auf den Zollwert der eingeführten Ware angewandt und zusätzlich zum normalen Zoll erhoben.

Ausnahmen für Einfuhren aus bestimmten Ländern

Für einige Staaten, insbesondere aus Entwicklungsländern, gelten Ausnahmen. Zahlreiche Entwicklungsländer sind von den Zusatzzöllen vollständig ausgenommen, andere nur hinsichtlich bestimmter Warengruppen. Bei der Bestimmung, ob eine Ware unter eine Ausnahme oder Rückausnahme fällt, gelten die allgemeinen Vorschriften der EU zum nichtpräferenziellen Warenursprung.

mj

© 2018 HZA Hamburger Zollakademie