24.01.2019

Schutzzölle: EU-Kommission will endgültige Schutzmaßnahmen gegen Stahleinfuhren erlassen

Schutzzölle: EU-Kommission will endgültige Schutzmaßnahmen gegen Stahleinfuhren erlassen

Die EU-Kommission informierte am 17. Januar 2019 über die geplante Einführung von endgültigen Importzöllen auf Stahlerzeugnisse ab dem 4. Februar 2019. Damit will die EU die vorläufigen Schutzmaßnahmen, die seit Juli 2018 bestehen, ablösen. Die Importzölle sind eine Reaktion auf die US-Zölle auf Stahl und Aluminium, die die USA im März 2018 verhängten.  

Veränderung der traditionellen Handelsströme

Die Europäische Kommission teilte am 4. Januar 2019 der Welthandelsorganisation (WTO) die Ergebnisse der Untersuchung für Schutzmaßnahmen bei bestimmten Stahlerzeugnissen mit. Die endgültigen Maßnahmen zielen auf eine Erhaltung der traditionellen Handelsströme ab und sollen ab dem 4. Februar 2019 gelten. Die endgültigen Zölle der EU sind eine Reaktion auf die amerikanischen Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumerzeugnisse aus Drittländern. Die EU beobachtete bereits im Sommer 2018, dass viele Produzenten und Händler aufgrund der US-Zölle verstärkt Stahlerzeugnisse auf dem europäischen Markt anbieten. Um die traditionellen Handelsströme, die vor der Zollerhebung herrschten, erhalten zu können, wandelt die EU nun die vorübergehenden Schutzmaßnahmen in endgültige Importzölle um.

Zusatzzoll in Höhe von 25% auf Stahlerzeugnisse

Die HZA berichtete in ihren News vom 25. Juli 2018 über die Durchführungsverordnung zu den vorübergehenden Zöllen. Danach wurden für verschiedene Warengruppen Zollkontingente eröffnet. War das betreffende Zollkontingent erschöpft oder kamen die Einfuhren der Warenkategorien nicht in den Genuss des betreffenden Zollkontingents, wurde ein zusätzlicher Zoll in Höhe von 25% erhoben. Der Zusatzzoll wurde auf den Zollwert der eingeführten Ware angewandt und zusätzlich zum normalen Zoll erhoben.

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Mit der Einführung von endgültigen Importzöllen auf bestimmte Stahlerzeugnisse ist gerechnet worden. Die Mitgliedstaaten beauftragten die EU-Kommission angesichts des andauernden Handelsstreits mit dem Entwurf einer entsprechenden Verordnung. In unsicheren Zeiten ist umfassendes Zoll-Know-how die beste Medizin:

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