05.02.2019

Brexit: Vereinigtes Königreich übernimmt bestehende Handelsabkommen der EU mit Drittländern

Brexit: Vereinigtes Königreich übernimmt bestehende Handelsabkommen der EU mit Drittländern

Die Regierung des Vereinigten Königreichs hat eine Liste der Handelsabkommen veröffentlicht, die in Bezug auf das Vereinigte Königreich nach dem EU-Austritt weiterhin gelten sollen. Zahlreiche der Abkommen, die mit der EU abgeschlossen wurden, sollen übernommen werden. Die Liste enthält auch Abkommen, bei denen die Verhandlungen mit Drittstaaten kurz vor ihrem Abschluss stehen.

EU-Handelsabkommen sollen in bilaterale Verträge umgewandelt werden

Kommt es zu einer „harten“ Brexit – also einem Austritt des Vereinigten Königreichs ohne Austrittsabkommen mit der EU – verlieren auch die Handelsabkommen der EU mit Drittstaaten in Bezug auf das Vereinigte Königreich ihre Geltung. Um dieser Situation vorzubeugen, will die Regierung des Vereinigten Königreichs zahlreiche EU-Abkommen übernehmen. Dazu verhandelt sie mit den betroffenen Drittstaaten; die EU-Abkommen sollen in bilaterale Verträge mit dem Vereinigten Königreich umgewandelt werden. Das Brexit-Ministerium des Vereinigten Königreich spricht von einem „roll-over“.

Nicht alle Abkommen sind bereits umgewandelt

Wie das Brexit-Ministerium des Vereinigten Königreichs mitteilt, müssen nicht alle EU-Handelsabkommen in bilaterale Verträge umgewandelt werden. Einige der Abkommen gelten ohnehin schon direkt zwischen dem Vereinigten Königreich und dem jeweiligen Drittstaat, andere haben kein Bezug zum Vereinigten Königreich. Die kürzlich veröffentlichte Liste des Brexit-Ministeriums führt alle Abkommen auf, über die bereits eine Einigung erzielt wurde und solche, bei denen die Verhandlungen kurz vor ihrem Abschluss stehen.

Während Übergangsphase wird das Vereinigte Königreich wie ein EU-Mitgliedstaat behandelt

Kommt es doch zu einer Verabschiedung des Austrittsabkommens und greift die Übergangsphase, wird das Vereinigte Königreich während der Übergangsphase gegenüber den Vertragspartnern der EU-Handelsabkommen als EU-Mitgliedstaat behandelt, selbst wenn dies formell nicht mehr der Fall sein wird.

mj

Unsere Seminarempfehlungen:

Das Unterhaus des britischen Parlaments lehnt zwar einen „No-Deal-Brexit“ ab und hat die Regierung beauftragt, das Austrittsabkommen nachzuverhandeln. Die EU lehnt solche Verhandlungen allerdings ab. Der „harte“ Brexit ohne Austrittsabkommen rückt daher näher. Wie Sie sich auf den Brexit vorbereiten, erfahren Sie in den Seminaren der Hamburger Zollakademie:

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