11.02.2019

Brexit: Im Falle eines No-Deal-Brexit tritt ein vereinfachtes Einfuhrverfahren in Kraft

Brexit: Im Falle eines No-Deal-Brexit tritt ein vereinfachtes Einfuhrverfahren in Kraft

Das Vereinigte Königreich teilt aktuell mit, dass im Falle eines Brexit ohne Austrittsabkommen ein vereinfachtes Verfahren für die Einfuhr von EU-Waren in das Land gelten soll. Die britische Zollverwaltung will bei der Einfuhr von EU-Waren für den Zeitraum von einem Jahr auf die Abgabe einer vollständigen Zollanmeldung sowie Zollzahlungen vorübergehend verzichten.

Vereinigtes Königreich bietet vereinfachtes Verfahren für EU-Importe an

Die Regierung des Vereinigten Königreichs hat für den Fall eines Brexit ohne Austrittsabkommen ein vereinfachtes Verfahren für die Einfuhr von EU-Waren angekündigt. Diese Regelung soll ab dem 30. März 2019 für mindestens ein Jahr gelten. Die britische Zollverwaltung verzichtet bei Einfuhren von Waren aus der EU auf die Abgabe einer vollständigen Zollanmeldung und Zollabgaben. Die Anmeldung kann nachgereicht werden und für die Entrichtung gegebenenfalls anfallender Zölle besteht die Möglichkeit eines Zahlungsaufschubes.

Bestimmte Waren unterliegen einem gesonderten vereinfachtem Verfahren

Für Waren, die Verbote oder Beschränkungen unterliegen, wie z. B. Tabakwaren und Alkohol, gilt ebenfalls ein besonderes vereinfachtes Verfahren. Im Unterschied zu anderen Waren muss hier vor der Einfuhr eine Zollanmeldung bei der britischen Zollverwaltung abgegeben werden und alle notwendigen Daten bei der Einfuhr der Waren beiliegen.

Das vereinfachte Verfahren soll Handelsströme in Bewegung halten

Britische Einführer können mit dem vereinfachten Verfahren die Abgabe der Zollanmeldung bis nach der tatsächlichen Einfuhr aufschieben und die Entrichtung angefallener Zölle bis zu einem Monat aufschieben. Die britische Zollverwaltung versucht damit, die Handelsströme zwischen dem Vereinigten Königreich und dem Rest der EU in Bewegung zu halten und will insbesondere lange Wartezeiten in den Häfen und dem Eurotunnel verhindern. Kritiker haben jedoch Vorbehalte, da zwar auf der britischen Seite der Warenverkehr weiterfließen wird, während auf der EU-Seite mit Kontrollen und Wartezeiten zu rechnen ist.

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Das vereinfachte Verfahren soll bereits ab dem 30. März 2019 und nur im Falle eines Austritts ohne Abkommen gelten. Dieses Verfahren kann von Einführern im Vereinigten Königreich nur bei vorangegangener Registrierung und vorhandener EORI-Nummer sowie einem Sitz innerhalb des Vereinigten Königreichs beantragt werden. Die Experten bei der Hamburger Zollakademie unterstützen Sie bei der Vorbereitung auf den Brexitmit aktuellen Angeboten:

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