25.04.2019

Freihandelsabkommen (FHA): EU beschließt weiteres Freihandelsabkommen

Freihandelsabkommen (FHA): EU beschließt weiteres Freihandelsabkommen

Die EU strebt stetig nach Verhandlungen mit Staaten außerhalb der Europäischen Union, um neue Freihandelsabkommen (FHA) zu beschließen und dadurch die eigene Außenwirtschaft zu stärken. Aktuell bestehen weltweit knapp 285 Verträge, Tendenz stark steigend. Die Vorteile von solchen Abkommen für Importeure und Exporteure sind sehr vielschichtig. Die Europäische Kommission legte bereits im Oktober 2018 dem Europäischen Rat ein neu verhandeltes FHA Vietnam vor.

Freihandelsabkommen und ihre Vorteile

Die Anzahl weltweit existierender FHAs steigt immer weiter an und gewinnt dadurch zusehends an Bedeutung für die Außenwirtschaft. Der aktuelle Wohlstand von Industriestaaten kann in der zunehmenden Liberalisierung des Welthandels gesehen werden. Durch FHAs können Firmen sowohl ihre Wachstums- als auch Beschäftigungsraten steigern. Für einzelne Unternehmen kann ein solches Abkommen aber auch finanzielle Vorteile - z. B. im Sinne von Zolleinsparungen - mit sich bringen. Aufgrund der Vielzahl und stetig neu hinzukommenden Abkommen empfiehlt es sich, seine Handelspartner ständig auf neue Regelungen und FHAs zu überprüfen. Eine aktuelle Liste mit allen FHAs der EU können Sie hier einsehen.

Einsparungen von bis zu 35 % der Zölle mit dem umfassenden Vietnam-Abkommen

Das neue FHA mit dem Vietnam regelt die Liberalisierung des Warenhandels, der Dienstleistungen und den Abbau von Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen. Desweiteren beinhaltet das Abkommen Regelungen zu sanitären und phytosanitären Maßnahmen (SPS), zum Schutz geistigen Eigentums (IPR) inklusive geographischer Herkunftsbezeichnungen (GIs), zum Beschaffungswesen, zu Regulierungsfragen, zum Wettbewerb und zur nachhaltigen Entwicklung.

Das Abkommen sieht zudem eine sofortige Liberalisierung von 65 % der Einfuhrzölle für den Vietnam vor und eine schrittweise Reduzierung innerhalb der nächsten zehn Jahre auf lediglich ein Prozent. Die EU wird im Gegenzug binnen der nächsten sieben Jahre sämtliche Zölle auf Importe beseitigen.

Um diese Zollerleichterungen und andere Vorteile nutzen zu können, müssen europäische Exporteure Präferenzbehandlungen beantragen. Bei dieser aufwendigen Beantragung ist es essentiell, den Ursprung aller Import- und Exportwaren zu bestimmen und regelmäßig auf Änderungen zu überprüfen.

Weitere wichtige Freihandelsabkommen

Anfang Februar 2019 trat das FHA mit Japan (JEFTA) in Kraft und bildete damit die weltweit größte Freihandelszone. Dieses Abkommen sieht eine schrittweise Liberalisierung von 99 % der Zölle vor. Die Europäische Kommission prognostiziert durch JEFTA einen Anstieg der Exporte um knapp 24 %.

Im Dezember 2015 ist zudem das FHA zwischen der EU und Südkorea offiziell in Kraft getreten. Seit diesem Zeitpunkt sind bereits knapp 98,7 % aller Zölle entfallen. Der deutsche Export konnte vor allem in den Bereichen der Pharma- und Chemieindustrie sowie dem Maschinenbau enorm gesteigert werden. Ein weiteres wichtiges FHA besteht seit dem Jahr 2017 zwischen der EU und Kanada (CETA).

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Unsere Seminarempfehlungen:

Freihandelsabkommen können Ihnen die Erschließung neuer Absatzmärkte erleichtern und den Handel mit Waren und Dienstleistungen vereinfachen. Das neue FHA mit dem Vietnam sieht zudem auch Zollsenkungen sowie den Abbau von nichttarifären Handelshemmnissen vor. Hierdurch können viele Vorteile, aber auch Nachteile für Unternehmen - z. B. bei Warenursprung und Präferenzen (WuP) - entstehen. Erfahren Sie alles über FHAs in den Seminaren der Hamburger Zollakademie – stets aktuell und auf dem neuesten Stand:

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