05.12.2019

Freihandel: EU und Mexiko kommen modernem Handelsabkommen näher

Freihandel: EU und Mexiko kommen modernem Handelsabkommen näher

Die seit April 2018 andauernden Verhandlungen für ein neues Freihandelsabkommen zwischen Mexiko und der Europäischen Union sollen baldmöglichst abgeschlossen werden. Das moderne Abkommen wird vor allem im Bereich des Handels dem Agrarsektor nutzen und könnte bereits teilweise ab 2020 in Kraft treten.

Verhandlungen kurz vor Abschluss

Im Oktober 2019 bekräftigten die Vertreter beider Seiten ein baldiges und erfolgreiches Verhandlungsende, sodass das Abkommen bereits 2020 ratifiziert und implementiert werden könnte. Der einzige noch offene Aspekt betrifft die Uneinigkeit bezüglich der Bestimmungen zu öffentlichen Aufträgen. Die EU fordert eine Öffnung von mexikanischen Aufträgen für europäische Unternehmen, wogegen sich einige mexikanische Entitäten noch sperren. Der Teilbereich Handel kann nach Zustimmung des mexikanischen und europäischen Parlaments aber bereits 2020 vorläufig in Kraft treten.

Wichtigste Änderungen für den Handel

Der neue Handelsvertrag sorgt für einen besseren Marktzugang, da Mexiko seine Normen stärker an die europäischen Standards angleicht. Des Weiteren soll eine Vereinfachung im Onlinehandel stattfinden.

Die Hauptprofiteure entstammen folgenden Branchen:

  • Maschinenbau
  • Pharmaindustrie
  • Medizintechnik
  • Kfz-Zulieferindustrie
  • Konsumgüter

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Verbindliche Fristen für Risikoanalysen

Mit dem Abkommen sollen zudem die Handelshemmnisse für tierische Produkte beseitigt werden. Für die Risikoanalyse von Nahrungsmitteln wird es zeitliche Vorgaben geben. Ein bestimmtes Produkt muss innerhalb von zwölf Monaten analysiert und freigeben oder abgelehnt werden. Bei bereits vorliegenden Protokollen mit einem anderen EU-Land verkürzt sich die Zeit auf sechs Monate. Ein Pre-Listing-Verfahren vereinfacht für besonders qualifizierte Betriebe die Kontrollen an EU-Häfen. Bei Obst und Gemüse entfallen Vorprüfungen durch mexikanische Kontrolleure sogar vollständig.

Besserer Schutz regionaler Herkunft

Im Rahmen der Verhandlungen für Agrarprodukte ist der Schutz von geografischen Herkunftsangaben unerlässlich. Die zwei Handelspartner haben sich aktuell auf 340 Angaben für Lebensmittel und Getränke aus der EU, wie z. B. die Nürnberger Bratwürste, und 20 Produkte aus Mexiko, hierunter auch der Tequila, geeinigt.

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Das Schwellenland Mexiko kann als verlängerte Werkbank von vielen Industriestaaten angesehen werden. Zwischen 2014 und 2018 haben sich allein die deutschen Nahrungsmittelexporte in das Land um knapp 46 Prozent und die Getränkeexporte um knapp 23 Prozent gesteigert. Erfahren Sie alles über aktuelle Freihandelsabkommen und deren Vorteile in den Seminaren der Hamburger Zollakademie – stets aktuell und auf dem neuesten Stand:

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