27.11.2025

Zoll: EU veröffentlicht Jahresbericht zur Handelspolitik

Zoll: EU veröffentlicht Jahresbericht zur Handelspolitik

Die Europäische Union hat ihren fünften Jahresbericht zur EU-Handelspolitik veröffentlicht. Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen der EU-Handelsabkommen. Laut dem Bericht wirken sich diese positiv auf das Exportwachstum der EU sowie auf die Diversifizierung der Märkte aus.

EU-Exporte 2024 wachsen mit Freihandelsabkommen doppelt so stark

2024 stiegen die EU-Exporte in Länder mit Freihandelsabkommen doppelt so stark wie in Länder ohne Abkommen (+1,4 % gegenüber +0,7 %). Besonders deutlich zeigt sich das in Kanada, wo die Exporte seit 2017 um 51 % wuchsen, im Vergleich zu 20 % in der übrigen Welt. Die Agrarlebensmittel-Ausfuhren erreichten mit 235 Milliarden Euro einen Rekord und wuchsen bei Präferenzpartnern um 3,6 %, deutlich mehr als bei Nicht-Partnern mit 1,6 %. Der Dienstleistungshandel mit Präferenzpartnern wuchs 2023 mit 4,5 % mehr als dreimal so stark wie der mit Nicht-Handelspartnern (1,2 %).

Positive Auswirkungen auf Lieferketten

Die Ausfuhren der EU in zentrale Partnerländer wie Mexiko, Norwegen, die Schweiz und das Vereinigte Königreich glichen den Rückgang der Verkäufe von Fahrzeugen, Fahrzeugteilen und Elektromaschinen, der durch die Sanktionen gegen Russland verursacht wurde, aus.

Gleichzeitig halfen steigende Gas- und Flüssiggasimporte aus Algerien, Kasachstan und Norwegen sowie Kupferimporte aus Chile, die Lücke zu schließen, die durch den Rückgang der Einfuhren aus Russland entstanden war. Insbesondere die EU verstärkte im Jahr 2024 ihre Gasimporte aus Algerien, Norwegen und Kasachstan deutlich, um die Abhängigkeit von Russland zu reduzieren und die Versorgung sicherzustellen.

EU baut Handelsabkommen aktiv aus

Zudem hat die EU im vergangenen Jahr zwei neue Präferenzabkommen mit Neuseeland und Kenia in Kraft gesetzt. Verhandlungen mit Ländern wie Indien, Malaysia und den Vereinigten Arabischen Emiraten werden außerdem geführt. Aktuell gelten 44 Handelsabkommen mit 76 Präferenzhandelspartnern. Die Abkommen mit Mercosur und Mexiko werden dem Rat und Parlament vorgelegt. All diese Maßnahmen sollen den Handel der EU weiter stärken und den Zugang zu internationalen Märkten verbessern.

sd

Unsere Empfehlungen:

Die Strategie der Europäischen Kommission bei Freihandelsabkommen zielt darauf ab, neue Märkte zu erschließen, Lieferketten resilienter zu gestalten und gleichzeitig ökologische und soziale Mindeststandards stärker zu verankern. Dabei stehen drei Kernziele im Fokus: Erstens die Förderung von Exporten und Investitionen europäischer Unternehmen weltweit, zweitens die Diversifikation von Bezugsquellen für Rohstoffe und Vorleistungen mit Blick auf geopolitische Risiken und drittens die Verknüpfung von Handel mit Nachhaltigkeit, fairen Arbeitsbedingungen sowie dem Schutz von Umwelt und Klima.

Selbstverständlich informieren Sie unsere Experten in den Schulungen der Hamburger Zollakademie stets aktuell über die Vorteile, die sich aus dem Status quo der EU-Freihandelsabkommen für Sie und Ihre Außenhandelsgeschäfte ergeben.

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