31.03.2026

Zoll: EU-Australien-Freihandelsabkommen beschlossen

Zoll: EU-Australien-Freihandelsabkommen beschlossen

Nach jahrelangen Verhandlungen haben sich die EU und Australien auf ein Freihandelsabkommen geeinigt. Das Abkommen soll Zölle abbauen und der EU den Zugang zu Rohstoffen sichern. Auch das Abkommen mit den Mercosur-Staaten soll ab Mai vorläufig gelten und zahlreiche Zölle abschaffen.

EU und Australien: Freihandelsabkommen und vertiefte Partnerschaft

Die EU und Australien haben ihre Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen abgeschlossen. Zudem gaben sie die Gründung einer Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft bekannt. Darüber hinaus vereinbarten sie, förmliche Verhandlungen über die Assoziierung Australiens mit „Horizon Europe“, dem weltweit größten Programm für Forschung und Innovation, aufzunehmen.

Deutlicher Wachstumsschub für EU-Exporte und hohe EU-Investitionen in Australien

Es wird erwartet, dass die EU-Exporte in den nächsten zehn Jahren um bis zu 33 Prozent wachsen und der Ausfuhrwert jährlich bis zu 17,7 Milliarden Euro erreichen wird. Zu den Schlüsselbranchen mit dem stärksten Wachstumspotenzial zählen Milchprodukte (voraussichtlich 48 Prozent), Kraftfahrzeuge (52 Prozent) und Chemikalien (20 Prozent). Die Investitionen der EU in Australien könnten um mehr als 87 Prozent steigen.

Nachhaltigkeitsverpflichtungen eingebunden

Das Freihandelsabkommen enthält auch Nachhaltigkeitsverpflichtungen. Diese sollen zu einem umweltfreundlicheren und faireren Handel beitragen und gewährleisten, dass Einfuhren in die EU den EU-eigenen Produktionsstandards in den Bereichen Klima, Umwelt und Tierschutz entsprechen.

EU-Mercosur gilt vorläufig ab 1. Mai 2026

Die EU kann zudem einen weiteren Meilenstein in Sachen Freihandelsabkommen vermelden. Das EU-Mercosur-Interimshandelsabkommen gilt ab dem 1. Mai vorläufig zwischen der EU und den Mercosur-Staaten, die ihre Ratifizierung abgeschlossen haben. Dazu gehören bereits Argentinien, Brasilien und Uruguay, während Paraguay voraussichtlich in Kürze folgt.

Nach Abschluss der letzten Verfahrensschritte soll das Abkommen sofort für planbare Handelsbedingungen sorgen. Bereits ab dem ersten Tag entfallen die Zölle auf ausgewählte Produkte. Dadurch sollen Unternehmen, Landwirte und Verbraucher direkt profitieren. Gleichzeitig plant die EU, sensible Sektoren durch Schutzmaßnahmen abzusichern.

sd

Unsere Empfehlungen:

Mit dem EU-Australien-Abkommen öffnet die EU den Markt für eine der am schnellsten wachsenden Industrienationen weltweit. Damit ergeben sich für europäische Unternehmen, Verbraucher und Landwirte erhebliche wirtschaftliche Chancen. Nachdem kürzlich Abkommen mit Indonesien und Indien abgeschlossen wurden, erweitert dieses Abkommen das Netzwerk der EU-Handelspartner in der strategisch wichtigen indopazifischen Region und stärkt Europas Position auf der globalen Bühne. Auch das Abkommen mit den Mercosur-Staaten leistet einen erheblichen Beitrag dazu.

Neu! Im Webinar „Mercosur Interim Trade Agreement“ der Hamburger Zollakademie – in Kooperation mit der AWA AUSSENWIRTSCHAFTS-AKADEMIE – erhalten Sie in 1,5 h online mehr Überblick über die zentralen Inhalte des Abkommens. Neben den rechtlichen Rahmenbedingungen zeigt unser Experte Ihnen, wie Sie sich als Unternehmen optimal auf die Umsetzung vorbereiten können, um die vorgesehenen Zoll- und Wettbewerbsvorteile bestmöglich zu nutzen.

Mercosur Interim Trade Agreement

Präferenz-Seminare

Webinare & Livestreams

Seminarübersicht 2026 - PDF

© 2026 HZA Hamburger Zollakademie