27.12.2017

Freihandel: EU und Japan haben Verhandlungen abgeschlossen

Freihandel: EU und Japan haben Verhandlungen abgeschlossen

Die EU und Japan haben am 8. Dezember 2017 den erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen bekanntgegeben (Pressemitteilung der EU-Kommission vom 8. Dezember 2017). Das Abkommen soll die Zölle zwischen den beiden Wirtschaftsräumen weitestgehend abbauen. EU-Parlament und Mitgliedstaaten müssen dem Abkommen noch zustimmen. Die EU-Kommission hofft auf ein Inkrafttreten des Abkommens vor 2019.

Landwirtschaftssektor erhält vereinfachten Zugang zum japanischen Markt

Die EU erhofft sich von dem Freihandelsabkommen (EU-Japan Economic Partnership Agreement, EPA) neue Möglichkeiten für europäische und japanische Unternehmen. Das Abkommen baut die meisten der zwischen beiden Wirtschaftsräumen bestehenden Zölle ab. Auch andere regulative Hürden sollen durch das Abkommen beseitigt werden. Das Abkommen soll insbesondere der europäischen Landwirtschaft vereinfachten Zugang zu japanischen Konsumenten ermöglichen. Die hohen japanischen Zölle (z. B. auf bestimmte Käsesorten und Wein) sollen nach Inkrafttreten des Abkommens komplett entfallen, ebenso die Zölle für Rindfleisch.

Kernindustrien sollen schrittweise geöffnet werden

Zur gleichen Zeit wollen die EU und Japan landwirtschaftliche Qualitätsprodukte beider Seiten schützen. Mehr als 200 solcher Waren aus der EU und Japan werden durch geographische Angaben geschützt. Auch die jeweiligen Dienstleistungsmärkte, insbesondere in den Bereichen Transport, Finanzdienstleistungen, Telekommunikation und e-Commerce, sollen geöffnet werden. Hinsichtlich europäischer Kernindustrien, wie der Automobilindustrie, werden Übergangszeiträume bestehen, bevor die jeweiligen Märkte geöffnet werden.

Abkommen soll 2019 in Kraft treten

Das Abkommen wird nun von Juristen beider Seiten geprüft. Nach der Übersetzung des Vertragstextes in die 23 Amtssprachen der EU müssen das EU-Parlament sowie die Mitgliedstaaten dem Abkommen zustimmen. Die EU-Kommission hofft, dass das Abkommen noch vor Ende ihrer Legislaturperiode 2019 in Kraft treten wird.

mj

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