14.04.2026

Zoll: EU einigt sich auf modernen Zollkodex

Zoll: EU einigt sich auf modernen Zollkodex

Am 26. März 2026 haben sich der Rat der Europäischen Union und das EU-Parlament auf eine neue Verordnung über die zollrechtlichen Rahmenbedingungen der EU geeinigt. Dabei ging es unter anderem um die neue EU-Zollbehörde (EUCA) mit Sitz in Lille sowie um die EU-Zolldatenplattform und den „Trust-and-Check“-Status. Ziele der wegweisenden Reform sind Entlastung, Transformation sowie mehr Effizienz und Kontrolle durch datengetriebene Steuerung.

Lille als Sitz der künftigen EU-Zollbehörde

Der EU-Rat und das EU-Parlament haben Lille als Sitz der künftigen EU-Zollbehörde (EUCA) ausgewählt. Die neue Behörde wird die Arbeit der nationalen Zollbehörden in der gesamten Union einheitlich koordinieren. Die EUCA wird Risiken frühzeitig überwachen und steuern. Ziel ist es, den höheren Anforderungen durch wachsende Handelsströme, unterschiedliche nationale Systeme, den boomenden E-Commerce und veränderte geopolitische Rahmenbedingungen gerecht zu werden. Die EUCA wird voraussichtlich rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählen.  

Die neue EU-Zolldatenplattform - alle Zollanmeldungen an einem zentralen Ort

Mithilfe moderner Datenanalyseverfahren und künstlicher Intelligenz soll die neue EU-Zolldatenplattform nationale IT-Systeme und Schnittstellen ersetzen. Die Vereinfachung soll Unternehmen die Möglichkeit geben, alle Zollanmeldungen für Abwicklungen in der gesamten EU an einem zentralen Ort abzugeben.

Die EU-Zolldatenplattform soll ab dem 1. Juli 2028 für den Handel mit elektronischen Waren betriebsbereit sein. Anschließend wird sie schrittweise bis zum 1. März 2034 auf den gesamten Warenverkehr ausgeweitet.

„Trust and Check“-Händlerstatus

Der neue „Trust and Check“-Händlerstatus basiert auf dem Konzept des „Authorised Economic Operator“ (AEO). Unternehmen, die als besonders zuverlässig gelten und umfassende sowie korrekte Angaben zu ihren Waren und Transporten machen, sollen von vereinfachten Zollverfahren und einem geringeren Verwaltungsaufwand profitieren. Ihre Sendungen werden schneller abgefertigt und in vielen Fällen ist kein aktives Eingreifen des Zolls mehr erforderlich. Dadurch können Waren laut EU effizienter und reibungsloser in den EU-Verkehr gebracht werden.

Nächste Schritte

Der Rat und das Europäische Parlament arbeiten weiterhin an den technischen Details des Gesetzespakets. Erst danach wird es von beiden offiziell verabschiedet. Die neuen Zollvorschriften gelten dann vollständig zwölf Monate nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der EU.

sd

Unsere Empfehlungen:

Mit der Überarbeitung des EU-Zollrahmens sollen neue Instrumente eingeführt werden, um den Welthandel zu erleichtern, die Erhebung von Zöllen effizienter zu gestalten und die Kontrollen von nicht konformen, gefährlichen oder unsicheren Waren zu verschärfen. Insgesamt soll das neue System robustere Kontrollen ermöglichen, ohne Behörden oder Handel übermäßig zu belasten.

Selbstverständlich berücksichtigen die Schulungen der Hamburger Zollakademie alle Aspekte für Sie, welche die Zollreform mit sich bringen wird. Praxisnah: Anstelle abstrakter Theorie erwarten Sie bei uns ein lebendiger Austausch mit Experten sowie echte Fallbeispiele. Diese Sicherheit bietet Ihnen die Basis, die Zollreform der EU nicht nur zu verstehen, sondern ihre praktischen Konsequenzen auch souverän anwenden zu können.

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