Zoll: „Turnberry-Deal“ soll transatlantischen Handel stärken
Mit dem sogenannten „Turnberry-Deal“ haben die Europäische Union und die Vereinigten Staaten eine Einigung über zentrale Handelsfragen erzielt. Das Abkommen soll die wirtschaftlichen Beziehungen stärken und enthält zudem Schutzklauseln für den Fall, dass eine Vertragspartei von den vereinbarten Regeln abweicht.
Was ist der „Turnberry Deal“?
Der „Turnberry-Deal“ ist ein umstrittenes Handelsabkommen zwischen der EU und den USA, das im Juli 2025 auf Donald Trumps Golfresort in Turnberry (Schottland) zwischen Trump und der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vereinbart wurde.
Was ist der Inhalt des Deals?
Konkret ist geplant, die Einfuhrzölle auf in die EU importierte US-Industrieprodukte abzuschaffen. Im Gegenzug sollen auf die meisten EU-Produkte, die in die USA exportiert werden, 15 Prozent Einfuhrzoll gelten. Darüber hinaus soll die EU den Marktzugang für bestimmte Agrarprodukte und Meeresfrüchte aus den USA erleichtern.
Um auf mögliche Abweichungen von den Vereinbarungen vorbereitet zu sein, wurden sogenannte Notfall- bzw. Sicherheitsklauseln in das Abkommen aufgenommen. Diese sehen vor, dass die EU ihre eigenen Verpflichtungen aussetzen kann, wenn die USA ihre Zusagen nicht einhalten.
Zudem läuft die Regelung Ende 2029 aus, sofern sie nicht verlängert wird. Die Europäische Kommission wird die Auswirkungen der zusätzlichen Einfuhren aus den USA überwachen und regelmäßig darüber berichten.
Gelten die Vereinbarungen schon?
Nein, der Rat der Europäischen Union muss die vereinbarten Texte zunächst noch förmlich annehmen. Anschließend werden sie im Amtsblatt der EU veröffentlicht und treten am darauffolgenden Tag in Kraft.
sd
Unsere Empfehlungen:
Im Jahr 2024 wurden zwischen der EU und den USA Waren im Wert von 867 Milliarden Euro gehandelt. Hinzu kam ein Dienstleistungshandel von 817 Milliarden Euro. Auch als Investitionspartner sind beide Wirtschaftsräume eng miteinander verbunden. Die gegenseitigen Direktinvestitionen beliefen sich zuletzt auf rund 5,3 Billionen Euro.
Vor diesem Hintergrund sind Abkommen wie der „Turnberry Deal“ von großer Bedeutung. Sie schaffen mehr Planungssicherheit für Unternehmen und können dazu beitragen, Handelshemmnisse und wirtschaftliche Belastungen zu reduzieren. In dem neuen Kooperations-Webinar „US-Zollpolitik“ der Hamburger Zollakademie und der AWA AUSSENWIRTSCHAFTS-AKADEMIE vermittelt unsere Expertin Ihnen das nötige Wissen zu den derzeit geltenden US-Zusatzzöllen.
