Die Europäische Union hat beschlossen, die Zölle auf bestimmte stickstoffhaltige Düngemittel für die Dauer eines Jahres auszusetzen. Die betreffenden Düngemittel werden in der landwirtschaftlichen Produktion in der EU verwendet. Düngemittelrohstoffe wie Harnstoff und Ammoniak sind eingeschlossen.
Warum setzt die EU die Zölle auf bestimmte Düngemittel für ein Jahr aus?
Mit der Maßnahme beabsichtigt die EU, die Kosten für Landwirte und Düngemittelhersteller in der EU zu senken. Laut Schätzungen der EU bleiben ihnen dadurch Einfuhrzölle in Höhe von rund 60 Millionen Euro erspart. Darüber hinaus soll durch das Vorgehen der EU ein stärker diversifiziertes Handelsnetz in diesem Bereich entstehen und die Abhängigkeit der EU von Düngemitteln aus Russland und Belarus sinken.
Welchen Zeitplan sieht die EU vor?
Die Zollaussetzung gilt zunächst für ein Jahr bis zum 31. Mai 2027. Die Kommission wird den Düngemittelmarkt beobachten und bei Bedarf eine Verlängerung oder Änderung vorschlagen.
Warum sind Düngemittel für die Landwirtschaft in der EU essenziell?
Düngemittel sind für die europäische Landwirtschaft von essenzieller Bedeutung, da sie die Agrarproduktion und die Ernährungssicherheit gewährleisten. Die seit 2021 stark gestiegenen Düngemittelpreise haben jedoch die Lebensmittelpreise in die Höhe getrieben und den Druck auf die landwirtschaftliche Erzeugung erhöht.
Im Jahr 2024 importierte die EU große Mengen an Ammoniak, Harnstoff und stickstoffhaltigen Düngemitteln. Zwar stammen viele dieser Importe bereits zollfrei aus Ländern mit präferentiellem Marktzugang, doch die EU bezieht weiterhin erhebliche Mengen aus Staaten, für die Zollsätze von 5,5 % bis 6,5 % gelten.
sd
Unsere Empfehlungen:
Die EU möchte Düngemittel günstiger und leichter verfügbar machen und gleichzeitig die Abhängigkeit von Russland und Belarus reduzieren. Diese Maßnahme ist Teil der Bemühungen der EU, ihre Lieferketten widerstandsfähiger zu gestalten und sie unabhängiger von einzelnen Handelspartnern zu machen.
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