Zoll: EU und Indien setzen auf stärkere Partnerschaft
Im Rahmen ihres dritten Handels- und Technologierates (TTC) konnten sich die Europäische Union und Indien auf konkrete Punkte einigen. Dazu zählen eine engere Forschungskooperation, gemeinsame Initiativen für saubere Technologien und eine Zusammenarbeit bei Schlüsseltechnologien sowie resilienten Wertschöpfungsketten.
Wie rücken EU und Indien bei Forschung und Innovation näher zusammen?
Die EU und Indien möchten förmliche Verhandlungen über eine Assoziierung Indiens mit dem Forschungs- und Innovationsprogramm „Horizont Europa” aufnehmen. Das Ziel besteht darin, die Verhandlungen noch vor Ende 2026 abzuschließen.
Was ist bei sauberen Technologien geplant?
Im Bereich sauberer Technologien ist die Gründung des ersten gemeinsamen Innovationszentrums für Ladetechnologien für Elektrofahrzeuge und deren Erprobung geplant. Zudem ist eine Start-up-Partnerschaft mit Schwerpunkt auf technologieintensiven sauberen Technologien geplant.
In welchen Schlüsselbereichen soll die Zusammenarbeit vertieft werden?
Darüber hinaus beabsichtigen beide Seiten, ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Halbleiter, Hochleistungsrechnen, Quantentechnik, künstliche Intelligenz und 6G zu intensivieren. Auch resiliente Wertschöpfungsketten im Agrar- und Lebensmittelsektor, bei pharmazeutischen Wirkstoffen sowie bei Technologien für saubere Energie sollen stärker in den Fokus rücken.
Wie arbeiten die EU und Indien im Handels- und Technologierat zusammen?
Der Handels- und Technologierat („Trade and Technology Council“, TTC) bündelt die Zusammenarbeit von EU und Indien in drei zentralen Bereichen: digitale und strategische Technologien, grüne und saubere Energietechnologien sowie Handel, Investitionen und widerstandsfähige Wertschöpfungsketten. Seit seiner ersten Sitzung im Mai 2023 haben beide Seiten ihre Kooperation kontinuierlich ausgebaut. Bei der zweiten Sitzung im Februar 2025 vereinbarten sie weitere konkrete Schritte in allen drei Arbeitsbereichen.
Der TTC ist damit ein wichtiger Baustein der strategischen Partnerschaft zwischen der EU und Indien. Im Mittelpunkt stehen nachhaltiges und widerstandsfähiges Wachstum, vertrauenswürdige Innovationen sowie ein offener und regelbasierter Handel.
sd
Unsere Empfehlungen:
Indien ist für deutsche und europäische Außenhändler aufgrund seines dynamischen Wirtschaftswachstums, seines riesigen Binnenmarktes und der steigenden Nachfrage nach Maschinen und Technologien besonders attraktiv. Das 2026 fertig ausgehandelte Freihandelsabkommen zwischen der EU und Indien eröffnet zusätzliche Perspektiven: Nach seinem Inkrafttreten sollen Zölle auf einen Großteil der EU-Warenexporte nach Indien sinken oder vollständig entfallen.
Wer die neuen Chancen im Indien-Geschäft nutzen möchte, sollte auch die Veränderungen im europäischen Zoll- und Außenwirtschaftsrecht im Blick behalten. Das Seminar/Webinar „Zoll Update 2027“ der Hamburger Zollakademie greift u. a. aktuelle Entwicklungen bei Freihandelsabkommen und in der Handelspolitik auf und ordnet ein, was diese für die zollrechtliche Praxis bedeuten.
Vereinfachungen im Präferenzrecht - Ermächtigter Ausführer und REX
