Zoll: EU baut Netz der Präferenzabkommen weiter aus
Die Europäische Kommission zieht eine positive Bilanz ihrer Handelspolitik. So entwickelte sich der Warenhandel mit Ländern, mit denen die EU Präferenzabkommen geschlossen hat, im Jahr 2025 dynamischer als der Handel mit anderen Partnern. Gleichzeitig wächst das Netz der EU-Handelsabkommen weiter.
Wie stark wächst der EU-Handel mit Präferenzpartnern?
Laut einem aktuellen Bericht der Europäischen Kommission entfielen im Jahr 2025 bereits 46,3 Prozent des EU-Außenhandels auf den Handel mit Präferenzpartnern. Dieser Anteil dürfte weiter steigen. Durch die Handelsabkommen mit dem Mercosur, Mexiko, Indonesien, Indien und Australien könnte er auf 53,3 Prozent anwachsen. Die entsprechenden Abkommen wurden im Jahr 2025 beziehungsweise im ersten Quartal 2026 abgeschlossen und befinden sich teils noch im Annahme- oder Ratifizierungsverfahren.
Welche Rolle spielen Handelsabkommen für die Versorgungssicherheit?
Die Kommission betrachtet Freihandelsabkommen nicht mehr nur als Instrument zum Zollabbau, sondern auch als Möglichkeit, Lieferketten zu diversifizieren und wirtschaftliche Abhängigkeiten zu verringern.
Bereits ein Viertel der EU-Importe kritischer Rohstoffe stammt aus Präferenzpartnerländern. Besonders stark nahmen 2025 die entsprechenden Importe aus Kanada zu. Ihr Wert stieg um 62 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Die EU-Importe kritischer Rohstoffe aus der Demokratischen Republik Kongo erhöhten sich laut Bericht um 79 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro.
Wie geht die EU gegen Handelshemmnisse vor?
Neben dem Abschluss neuer Abkommen rückt deren tatsächliche Durchsetzung zunehmend in den Mittelpunkt. Im Jahr 2025 registrierte die Kommission 13 neue Handelshemmnisse. Gleichzeitig konnten 20 bestehende Hemmnisse in 14 Partnerländern vollständig oder teilweise beseitigt werden.
Unternehmen haben außerdem die Möglichkeit, Handelshemmnisse über den sogenannten Single Entry Point auf der Plattform Access2Markets an die Europäische Kommission zu melden. Im Jahr 2025 gingen dort 40 externe Beschwerden zu Handelshemmnissen in 21 Partnerländern ein. Die meisten Beschwerden stammten direkt von EU-Unternehmen und Wirtschaftsverbänden.
sd
Unsere Empfehlungen:
Präferenzabkommen gewinnen für den Außenhandel der EU weiter an Bedeutung. Für international tätige Unternehmen wird es daher immer wichtiger, Zollpräferenzen konsequent zu nutzen und Ursprungsregeln sicher anzuwenden. Neue Freihandelsabkommen können zudem Zollkosten senken und den Zugang zu neuen Absatzmärkten ermöglichen.
In dem Seminar „Praxiswissen Warenursprung und Präferenzen“ der Hamburger Zollakademie erfahren Unternehmen, wie sie die Vorteile von Präferenzabkommen konkret nutzen und die jeweiligen Ursprungsregeln sicher anwenden können. Der Fokus unserer Experten liegt auf der praktischen Umsetzung im Unternehmensalltag.
Praxiswissen Warenursprung und Präferenzen
Vereinfachungen im Präferenzrecht - Ermächtigter Ausführer und REX
